Baldrian

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Damiana

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Kürbis

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Melisse

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Soja

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Traubensilberkerze

Traubensilberkerze

Cimicifuga racemosa

Damiana-Blüte © Stephan von Mikusch - Fotolia.com

Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Turnera diffusa. Besser bekannt bin ich Ihnen wahrscheinlich als Damiana.  Ein Extrakt aus meinen Blättern ist seit Dezember 2016 in Österreich als Arzneimittel registriert. Damit steht Frauen, aber auch Männern das erste pflanzliche Medikament zur Luststeigerung bei nachlassendem sexuellen Verlangen zur Verfügung.(1)

Ich bin ein bis zu zwei Meter hoher Strauch mit kleinen aromatisch riechenden Blättern und gelben Blüten, der in Süd- und Mittelamerika beheimatet ist und eine lange Tradition als Aphrodisiakum besitzt. Als traditionelle Arzneipflanze wurde ich bereits von den Maya als Aphrodisiakum verwendet (2).

Aphrodisierende Wirkung

Eine klare Zuordnung der anregenden, libidosteigernden Wirksamkeit zu einem bestimmten Wirkstoff ist nicht möglich. Wie bei vielen Arzneipflanzen gilt auch hier der Gesamtextrakt als „wirksames Prinzip“. Phytochemischen Untersuchungen zufolge enthalten die Blätter Flavonoide (u.a. Pinocembrin, Acacetin und Apigenin), Terpene (ätherisches Öl), Glykoside (u.a. Tetraphyllin, Arbutin), Gerbstoffe und Koffein. Für den aphrodisierenden Effekt werden derzeit v.a. drei Wirkmechanismen als relevant erachtet (2):

  • Pharmakologische Untersuchungen zeigten eine Hemmung der Aromatase. Dies unterstützt eine Stabilisierung des Testosteronspiegels und stärkt dadurch die Libido.
  • Damiana beeinflust den NO/cGMP-Signalweg durch Aktivierung der cGMP-Bildung sowie Hemmung der Phosphodiesterase-5 (PDE-5). Dieser durchblutungsfördernde Effekt auf die Schwellkörper bei Mann und Frau verbessert die sexuelle Funktion.
  • Die Beeinflussung von GABAergen und glutamatergen Neuronen (vermutlich v.a. durch Apigenin) im Zentralnervensystem resultiert in einer angstlösenden Wirkung und trägt so möglicherweise zu dem pro-sexuellen Effekt bei.

Studienlage

Anhand von präklinischen Daten können die traditionell beschriebenen aphrodisierenden Eigenschaften wissenschaftlich relativ gut erklärt werden. 

In-vitro-Studien

Unter anderem ist der Testosteronspiegel im menschlichen Körper mit dem sexuellen Verhalten und der sexuellen Aktivität verbunden (3,4). Die Gabe von Testosteron verbessert sexuelle Funktion und Libido. Daher spielt die Aromatase, welche Androgene zu Östrogenen umwandelt, eine entscheidende Rolle (5). Androgene erhöhen die Aktivität der NO-Synthase (NOS) und somit die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO). Gleichzeitig wird der natürliche Gegenspieler der NOS, die Arginase, herunterreguliert (6).  
Es konnte gezeigt werden, dass ein alkoholischer Extrakt und die isolierten Flavonoide Pinocembrin (Flavanon) und Acacetin (Flavon) aus Turnera diffusa die Aktivität der Aromatase in vitro signifikant und konzentrationsabhängig hemmen (7). 
Eine weitere In-vitro-Studie konnte unter Verwendung des synthetischen PDE-5-Hemmers Sildenafil – ein zur Behandlung der erektilen Dysfunktion beim Mann verwendetes Arzneimittel – als Vergleichssubstanz zeigen, dass ein Damiana Spezialextrakt PDE-5 ebenfalls hemmt. Dieser Effekt führt dazu, dass cGMP langsamer abgebaut wird. Somit leistet er einen Beitrag zum Erhalt der sexuellen Erregung bzw. der Erektion (8). 

In-vivo-Tiermodelle

Die aphrodisierende Wirkung wurde bei weiblichen und männlichen Mäusen untersucht. Der sexuelle Kontakt unter den behandelten Mäusen war signifikant höher als in der Vergleichsgruppe (9).
In einer Studie an lustlosen/impotenten Ratten konnte die Verabreichung eines alkoholisch-wässrigen Extraktes aus Turnera diffusa den Prozentanteil an Ratten mit einer Ejakulation deutlich (75 %) erhöhen und die Latenzzeit zwischen den Ejakulationen reduzieren (10). Erfolgte die Gabe zwei Stunden statt einer Stunde vor dem Verhaltenstest, war die Wirkung noch ausgeprägter.
Bei sexuell erschöpften männlichen Ratten wurde die Zeit nach einer Ejakulation bis zur nächsten Paarung signifikant von 30 Minuten in der Kontrollgruppe auf etwa zehn Minuten nach Gabe von Turnera diffusa gesenkt (11). 
Wässriger Damiana-Blätterextrakt führte bereits nach vier Minuten zum Samenerguss (Vergleich Sildenafil: 8 Minuten; Kontrollgruppe Kochsalzlösung: 15 Minuten) (12). Die Ergebnisse sind ein Hinweis für die erhöhte sexuelle Erregung der Ratten durch Turnera diffusa.
Dichlormethan- und Methanolextrakte von Turnera diffusa zeigten einen relaxierenden Effekt von 89 Prozent bzw. 86 Prozent auf die glatte Muskulatur der Schwellkörper von Meerschweinchen und verbesserten somit die sexuelle Funktion (vs. 43 % unter Sildenafil) (13). 

Angstlösende (anxiolytische) Effekte

Interessanterweise wird Damiana traditionell auch bei psychischen Angststörungen verwendet (14). Ängste und Stress sind bei einer sexuellen Dysfunktion ebenfalls von zentraler Bedeutung.
Bei Mäusen wurde ein signifikanter anxiolytischer Effekt für Methanolextrakte aus oberirdischen Damiana-Teilen (25 mg/kg, per oral) beschrieben (15). Auch homöopathische Urtinkturen von Turnera diffusa zeigten eine signifikante anxiolytische Aktivität (16). 
Ein anxiolytischer Effekt wurde auch für das reine Apigenin, isoliert aus einem Methanolextrakt aus Damiana, bei männlichen Mäusen und Ratten nachgewiesen (12,17,18).

Fazit:

Auch wenn es für das weibliche Geschlecht keine wissenschaftlichen Daten gibt, kann aufgrund der ähnlichen physiologischen Mechanismen angenommen werden, dass Damiana bei Frauen eine ähnlich positive Wirkung auf die Sexualfunktionen ausübt wie bei Männern. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Damiana traditionell bei beiden Geschlechtern als Aphrodisiakum eingesetzt wird. 

 Fotohinweis: Damiana-Blüte © Stephan von Mikusch - Fotolia.com

 

Literatur:

(1) Fachinformation Damiana Turnera diffusa syn. Aphrodisiaca, Februar 2017.
(2) Szewczyk K, Zidorn C. Journal of Ethnopharmacology 2014;152:424-443.
(3) Buvat J. World Journal of Urology 2003;21:346-355.
(4) Shabsigh R et al., International Journal of Clinical Practice 2006;60:1087-1092.
(5) Anderson RA et al., Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 1992;75:1503-1507.
(6) Traish AM et al., Fertility and sterility 2002;77 Suppl 4:S11-88.
(7) Zhao J et al. Journal of Ethnopharmacology 2008;120:387-393.(8) Feistel B et al., Planta Medica 2010:1193.(9) Helmrick L, Reiser C. J Undergraduate Res 2000;3:109-113.
(10 Arletti R et al., Psychopharmacology 1999;143:15-19.
(11) Estrada-Reyes R et al., Journal of Ethnopharmacology 2009;123:423-429.
(12) Estrada-Reyes R et al. Journal of Ethnopharmacology 2013;146:164-172.
(13) Hnatyszyn O et al., Phytomedicine 2003;10:669-674.
(14) British Herbal Pharmacopoeia. Turnera 1983.
(15) Kumar S, Sharma A. Journal of Herbal Pharmacotherapy 2005;5:13-21.
(16) Kumar S, Sharma A. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine 2005;2:117-119.
(17) Kumar S et al., Indian Journal of Pharmaceutical Sciences 2008;70:740-744.
(18) Kumar S, Sharma A. Pharmaceutical Biology 2006;44:84-90.

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