Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Hypericum perforatum. Das heißt soviel wie durchlöchertes Johanniskraut.  Diese Bezeichnung stammt daher, dass meine länglich-ovalen Blätter viele durchsichtige und schwarze Öldrüsen tragen und daher wie durchlöchert aussehen. In diesen winzigen Drüsen ist ätherisches Öl konzentriert.

Ich bin eine ausdauernde krautige Pflanze, werde bis zu 100 Zentimeter hoch und blühe von Juni bis August. In dieser Zeit trage ich Dolden mit vielen kleinen gelben Blüten. Sie bestehen jeweils aus fünf Kelchblättern und fünf Kronblättern. Die Kronblätter enthalten das blutrote Hypericin. Dieses hinterlässt beim Zerreiben auf den Fingern eine Rotfärbung.

Ich bin in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch, fühle mich aber fast auf der ganzen Welt wohl. Besonders gerne wachse ich in tiefen bis mittleren Höhenlagen im Halbschatten, z.B. an Gebüschsäumen, Waldrändern und -lichtungen, Wegen und Böschungen. Am liebsten lebe ich in größeren Gruppen mit meinen Brüdern und Schwestern. Wegen meiner Verwendung als Heilpflanze werde ich auch landwirtschaftlich angebaut.

Mein Hauptwirkstoff ist Hypericin. Daneben enthalte ich u.a. auch Pseudohypericin, Flavonoide und Bioflavone, Gerbstoffe, Harz, Myristinsäure, Phytosterin, Saponine, Taraxasterol, Violaxanthin, Bitterstoffe, Beta-Sisterol, das Sesquiterpen Spathulenol sowie das antidepressiv wirksame Hyperforin. Ich werde  bereits seit der Antike als Heilpflanze verwendet, beispielsweise als Tee, Tinktur oder als Öl. Dieses entsteht, wenn man meine Blüten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt. Es ist v.a. als Einreibemittel zur Schmerzlinderung und Wundheilung bei Verrenkungen und Verstauchungen beliebt. Heute werde ich v.a. zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen und nervöser Unruhe eingesetzt. Ich habe meine Wirksamkeit und Verträglichkeit in zahlreichen Studien gezeigt.

Lange Zeit musste ich mit dem Vorurteil kämpfen, dass Menschen während meiner Anwendung besonders empfindlich gegenüber UV-Licht sind und daher intensives Sonnenlicht meiden sollten. Diese Vorsichtsmaßnahme ist jedoch unnötig. Es liegen mehrere Studien vor, in welchen gesunde Freiwillige hohe Dosierungen (bis zu 10-fach höher als die therapeutische Dosis) von Johanniskraut einnahmen und mit Licht simuliertem Sonnenlicht bestrahlt wurden. Dabei konnten keine signifikanten Hautveränderungen festgestellt werden. (1-3) Als Grenzwert für fototoxische Effekte wird eine Plasmakonzentration von mindestens 1000 ng/mL Hypericin angenommen (1) – bei therapeutischer Anwendung sind die Spiegel im Blut aber rund 70 mal niedriger.(4) Bei Handelsüblichen Dosierungen von zugelassenen Arzneimitteln (450-900 mg Extrakt/Tag) in Arzneibuchqualität (max. 0,6 [BM1]% Hypericin) wurde daher keine klinisch relevante Fotosensibilisierung der Haut festgestellt. (1-3)

Umfassende Datenlage zu Johanniskraut

Johanniskraut hat sich in vielen Untersuchungen als ebenso effektiv erwiesen wie gängige Antidepressiva.

Metaanalyse von 66 Studien

In einen aktuellen systematischen Review und Metaanalyse (-5) wurden 66 randomisierte Studien mit insgesamt 15.161 Patienten eingeschlossen, die wegen einer Depression einen Hausarzt aufgesucht hatten. Die verschiedenen medikamentösen Therapien mit Antidepressiva wurden sowohl untereinander als auch im Rahmen eine Netzwerk-Analyse verglichen. Beurteilt wurden Therapieerfolg und Verträglichkeit.

Ergebnisse:

Überzeugende Wirkung

  • Johanniskrautextrakt zeigte gleich gute Wirkung wie Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs), trizyklische Antidepressiva (TCAs), Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI), Serotinin-Antagonisten & -Wiederaufnahmehemmer (SARI).
  • Die Wirkung von Johanniskrautextrakt war gegenüber reversiblen MAO-A-Hemmern und weiteren antidepressiven Substanzen (NRI, NaSSAs) sowie Placebo signifikant überlegen.

Ausgezeichnete Verträglichkeit

  • Johanniskrautextrakt führte zu signifikant weniger Studienabbrüchen wegen unerwünschter Nebenwirkungen als TCAs, SSRIs, SNRI, NRI und NaSSAs.

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Hypericum perforatum. Das heißt soviel wie durchlöchertes Johanniskraut.  Diese Bezeichnung stammt daher, dass meine länglich-ovalen Blätter viele durchsichtige und schwarze Öldrüsen tragen und daher wie durchlöchert aussehen. In diesen winzigen Drüsen ist ätherisches Öl konzentriert.

Ich bin eine ausdauernde krautige Pflanze, werde bis zu 100 Zentimeter hoch und blühe von Juni bis August. In dieser Zeit trage ich Dolden mit vielen kleinen gelben Blüten. Sie bestehen jeweils aus fünf Kelchblättern und fünf Kronblättern. Die Kronblätter enthalten das blutrote Hypericin. Dieses hinterlässt beim Zerreiben auf den Fingern eine Rotfärbung.

Ich bin in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch, fühle mich aber fast auf der ganzen Welt wohl. Besonders gerne wachse ich in tiefen bis mittleren Höhenlagen im Halbschatten, z.B. an Gebüschsäumen, Waldrändern und -lichtungen, Wegen und Böschungen. Am liebsten lebe ich in größeren Gruppen mit meinen Brüdern und Schwestern. Wegen meiner Verwendung als Heilpflanze werde ich auch landwirtschaftlich angebaut.

Mein Hauptwirkstoff ist Hypericin. Daneben enthalte ich u.a. auch Pseudohypericin, Flavonoide und Bioflavone, Gerbstoffe, Harz, Myristinsäure, Phytosterin, Saponine, Taraxasterol, Violaxanthin, Bitterstoffe, Beta-Sisterol, das Sesquiterpen Spathulenol sowie das antidepressiv wirksame Hyperforin. Ich werde  bereits seit der Antike als Heilpflanze verwendet, beispielsweise als Tee, Tinktur oder als Öl. Dieses entsteht, wenn man meine Blüten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt. Es ist v.a. als Einreibemittel zur Schmerzlinderung und Wundheilung bei Verrenkungen und Verstauchungen beliebt. Heute werde ich v.a. zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen und nervöser Unruhe eingesetzt. Ich habe meine Wirksamkeit und Verträglichkeit in zahlreichen Studien gezeigt.

Lange Zeit musste ich mit dem Vorurteil kämpfen, dass Menschen während meiner Anwendung besonders empfindlich gegenüber UV-Licht sind und daher intensives Sonnenlicht meiden sollten. Diese Vorsichtsmaßnahme ist jedoch unnötig. Es liegen mehrere Studien vor, in welchen gesunde Freiwillige hohe Dosierungen (bis zu 10-fach höher als die therapeutische Dosis) von Johanniskraut einnahmen und mit Licht simuliertem Sonnenlicht bestrahlt wurden. Dabei konnten keine signifikanten Hautveränderungen festgestellt werden. (1-3) Als Grenzwert für fototoxische Effekte wird eine Plasmakonzentration von mindestens 1000 ng/mL Hypericin angenommen (1) – bei therapeutischer Anwendung sind die Spiegel im Blut aber rund 70 mal niedriger.(4) Bei Handelsüblichen Dosierungen von zugelassenen Arzneimitteln (450-900 mg Extrakt/Tag) in Arzneibuchqualität (max. 0,6 [BM1]% Hypericin) wurde daher keine klinisch relevante Fotosensibilisierung der Haut festgestellt. (1-3)

Umfassende Datenlage zu Johanniskraut

Johanniskraut hat sich in vielen Untersuchungen als ebenso effektiv erwiesen wie gängige Antidepressiva.

Metaanalyse von 66 Studien

In einen aktuellen systematischen Review und Metaanalyse (-5) wurden 66 randomisierte Studien mit insgesamt 15.161 Patienten eingeschlossen, die wegen einer Depression einen Hausarzt aufgesucht hatten. Die verschiedenen medikamentösen Therapien mit Antidepressiva wurden sowohl untereinander als auch im Rahmen eine Netzwerk-Analyse verglichen. Beurteilt wurden Therapieerfolg und Verträglichkeit.

Ergebnisse:

Überzeugende Wirkung

  • Johanniskrautextrakt zeigte gleich gute Wirkung wie Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs), trizyklische Antidepressiva (TCAs), Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI), Serotinin-Antagonisten & -Wiederaufnahmehemmer (SARI).
  • Die Wirkung von Johanniskrautextrakt war gegenüber reversiblen MAO-A-Hemmern und weiteren antidepressiven Substanzen (NRI, NaSSAs) sowie Placebo signifikant überlegen.

Ausgezeichnete Verträglichkeit

  • Johanniskrautextrakt führte zu signifikant weniger Studienabbrüchen wegen unerwünschter Nebenwirkungen als TCAs, SSRIs, SNRI, NRI und NaSSAs.

Literatur

  1. Schempp CM et al., Phyothother Res 2003 Feb;17(2):141-146.
  2. Brockmöller J et al., Pharmacopsychiatry 1997 Sept;30(Suppl 2):94-101.
  3. Schulz HU et al., Arzneimittelforschung 2006;56(3):212-221.
  4. Schempp CM et al., Skin Pharmacol Appl Skin Physiol 1999; 12:299-304
  5. Linde K et al., Ann Fam Med 2015;13:69-79.

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